Lernen 2.0
Posted by adminJun 30
Bisher haben Hochschulen die Erkenntnisse der Gehirnforschung geflissentlich ignoriert. Ihre Didaktik-Konzepte sind deshalb in ihren Grundstrukturen seit vielen Jahren unverändert. Eine der sich zäh haltenden Annahmen: Das Lehren ist eine unverzichtbare Voraussetzung für das Anstoßen und Begleiten von Lernprozessen. Dass Schüler durch die Ausführungen eines vor ihnen stehenden Dozenten auch lernen, bestreitet natürlich keiner. Doch geht diese tradierte Form des Unterricht teilweise mit ganz erstaunlich geringen Behaltensquoten einher.
Lernen will gelernt sein
Das heißt, das erzählte oder gezeigt Wissen, nistet sich einfach nicht in die kognitiv-emotionalen Tiefenstrukturen des Bewusstseins der ein. Das erklärt auch, warum die Inhalte so mancher Schulfächer, obwohl manchmal über Jahre behandelt, schnell nur noch blasse Erinnerungen sind. Und auch die Tatsache, dass Erwachsene 80 Prozent ihrer Fähigkeiten außerhalb oder unabhängig von Bildungsinstitutionen durch informelles Lernen erwerben, spricht gegen die tradierten Bildungshäuser.
Lehrer sollten gute Erklärer sein
Fazit: Die Präsens eines Lehrer ist für Lernerfolge keineswegs unabdingbar. Allenfalls wenn Verständnisprobleme auftauchen, die durch den weisen Lehrer behoben werden können, macht er sich unentbehrlich. Aber mal ehrlich, es sind eher wenige Professoren, die nach der Vorlesung noch bei ihren Studenten bleiben, um ein bisschen zu erklären.
Präsenz- oder Fernstudium?
Merkwürdigerweise bieten viele Präsenz-Universitäten auch Fern-Studiengänge an, das Material für solche externen Hochschüler wird aber nicht den Präsenz-Studenten zur Verfügung gestellt. Dabei sind die Unterlagen meist aufwendig didaktisiert worden, erleichtern den Studenten die Selbsterschließung von Inhalten und machen die Überprüfung durch Übungsaufgabe, Anwendungsbeispiele und Portfolioaufgaben möglich.
Selbstlerner sind erfolgreicher
Denn nicht nur die kognitive Verarbeitung des Wissen geschieht beim Selbstlernen wesentlich erfolgreicher als beim Vortrag durch den Lehrer. Auch wenn die Schüler sich selbst um die Beschaffung der Materialien und die Organisation des Lernens kümmern müssen, hat das große Vorteile und fördert Fähigkeiten, die im späteren Beruf gut gebraucht werden können.
Lernen, wo man will
Wer also am Sinn einer Abendschule zweifelt, dem sei gesagt, dass er sich die für die Präsenz-Universität sparen soll. Zumal der Markt bei der ortsunabhängigen Form des Studiums vieles bietet: Nicht nur ein Fernstudium Recht oder Informatik eröffnet Karrieremöglichkeiten, auch ein Masterstudium Medizinethik oder die Ausbildung zum Mediator können neue Perspektiven für den Werdegang eröffnen.
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