Weiterbildung: Vom Schreibtisch an den Schreibtisch
Posted by adminJul 28
Ersteinmal ist es ein abschreckender Gedanke, nach dem Ende des Arbeitstages zu Hause oder in einem Weiterbildungsinstitut noch einmal an den Schreibtisch zurück zu kehren, um zu lernen. Und in der Tat brauchen Menschen, die ein weiterbildendes Studium während der Karriere absolvieren, viel Disziplin, Hartnäckigkeit und vor allem Lust auf die neuen Themen. Aber hat man die Qualifikation abgeschlossen, öffnen sich oft ganz neue Türen.
Online-Studium ist das Zauberwort
Wenn Lisa Klocke an ihrer Vorlesung über Wirtschaftsrecht teilnimmt, ist sie dabei oft online – denn sie studiert über das Netz, und zwar neben ihrem normalen Job als Medizintechnikerin. Ihr Ziel ist ein Abschluss als „Master of Business Administration“ im Fach Health Care Management. Zwei Jahre muss sie dafür in ihrer Freizeit büffeln. Und auch wenn sie sich manchmal sehr aufraffen muss, um sich nach einem langen Arbeitstag noch zu konzentrieren, weiß sie, dass es die richtige Entscheidung war. Denn der Entschluss zum Fernstudium hat ihr ganz neue Motivation auch für ihren „Alltags-Job“ gebracht.
Und dazu dient eine solche Weiterbildungsmaßnahme: der Motivation, dem Karriereschub oder der Sicherung des Arbeitsplatzes. Laut einer Analyse des Hochschul- Informations-Systems (HIS) gab es 2008 in Deutschland mehr als 950 berufsbegleitende Studiengänge mit staatlich Anerkanntem Abschluss, außerdem mehr als 2.700 Zertifikatslehrgänge.
Staatliche oder private Uni?
Die Angebote kommen von privaten oder staatlichen Anbieter, die Qualität kann in beiden sehr gut sein. Die meisten Angebote gibt es im Bereich Wirtschaftswissenschaften, hier sind die privaten Anbieter stärker vertreten. „Für private Hochschulen gehören berufsbegleitende Angebote meist zum Kerngeschäft, während sich die staatlichen auch stark auf das klassische grundständige Studium und die Forschung konzentrieren müssen“, erklärt Hochschulforscher Karl-Heinz Minks.
Das zweitgrößte Studienangebot gibt es bei bei den Ingenieurwissenschaften, denn hier ist der Bedarf an Weiterbildung besonders groß. „In den neunziger Jahren gab es eine Entlassungswelle bei älteren Ingenieuren. Darunter waren viele, die bei den neuesten Informationstechnologien den Anschluss verloren hatten – ein Beweis dafür, wie wichtig lebenslanges Lernen auch für Hochqualifizierte ist“, sagt Minks.
Der Arbeitgeber zieht oft mit
Um auf diese Weise seinen Marktwert zu steigern, muss man nicht nur Zeit, sondern auch Geld investieren. Aber viele Arbeitgeber sind durchaus bereit, sich an den Kosten einer Weiterbildung zu beteiligen. Der Trick ist meist, plausibel zu machen, wie das Unternehmen von der Weiterbildung profitieren wird.
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