Lloyd Cole
Posted by adminAug 6
„No longer angry, no longer young“ – Lloyd Cole ist nicht mehr der junge Fant, der er in den Achtzigern war, und auch nicht der Beau, Dandy und Poseur, als den man ihn auf seinen Plattencovern der Neunziger bewundern konnte. Vielmehr ist er mittlerweile in Würde ergraut. „No longer driven to distraction, not even by Scarlett Johansson“. Lloyd Cole ist augenscheinlich ruhiger geworden. Doch das steht ihm gar nicht schlecht zu Gesicht. Er tritt mittlerweile vornehmlich allein mit akustischer Gitarre auf und benimmt sich nicht mehr wie ein junger Aufschneider, sondern vielmehr wie ein angenehmer Storyteller; ein Typ, zu dem man aufschaut, weil er die besseren Geschichten erzählt oder aber auch einfach nur die Geschichten besser erzählt. Jemand, der da ist, um seine Fehler weiß und über sie lachen kann; zumindest über jene, über welche er spricht. Jemand, der Autorität ausstrahlt, ohne Alphatiergehabe an sich zu haben, sondern einfach jemand, der für seine Sache, die Musi, den schlauen Pop, gebrannt hat und wahrscheinlich deshalb nie den ganz großen Wurf geschafft hat, weil er ein bisschen zu schlau für diese Welt war. Und noch immer brennt es im Hause Cole, nur ist es mittlerweile keine spontane Selbstentzündung mehr, sondern ein Kaminfeuer. Kein Lagerfeuer, dafür ist Lloyd Cole einfach zu englisch, auch wenn er seit Jahren in den Vereinigten Staaten von Amerika ansässig ist. Der Engländer (*1961) gründete während seines Philosophiestudiums in Glasgow Mit Kommilitonen die Commotions, mit denen er zwischen 1984 und 1987 drei Alben veröffentlichte, deren mittleres es bis auf den fünften Platz der britischen Charts schaffte, ein kommerzieller Erfolg, den weder die Commotions noch Lloyd Cole alleine je wiederholen konnte. Allerdings schafften es seine ersten vier Soloalben in Schweden in die Top Ten; das letzte Album „Antidepressant“ landete dort immerhin an zwanzigster Stelle.
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