Clémence Freschard ist eigentlich ständig unterwegs. Doch leider hält es sich mit der Bekanntheit der französischen Musikerin aus Dijon momentan in Grenzen.

Doch vielleicht möchte man gar nicht, dass die die Dame zu vielen Leuten bekannt ist, sind die Konzerte im intimen Rahmen einer Bar doch eigentlich das ideale Ambiente für ihre Darbietungen. Doch selbstverständlich wünscht man der Autorin zahlreicher wunderbarer Songs, dass diese die ihnen gebührende Wertschätzung und Aufmerksamkeit erfahren. Bisher hat sie drei Alben veröffentlicht, davon allerdings leider nur eines auf Vinyl; gerne unter Mitwirkung von Stanley Brinks, dem ehemaligen Mitglied der Gruppe Herman Düne, mit dem sie eigentlich ausschließlich als Doppelpack unterwegs ist. Die beiden wiederum beteiligten sich auch an der ersten Solascheibe von David Tattersall, dem Frontmann der andauernd tourenden englischen Kapelle „The Wave Pictures“, die wohl als Band der Stunde zu bezeichnen sind, als eingespieltes Team um den besten Texter, der dieser Tage aktiv ist. Der größte Traum sind sicherlich die Momente, in denen Freschard, Brinks und die Wavew Pictures gemeinsam auftreten und einander musikalisch unterstützen – es erweckt fast schon den Eindruck einer großen Familie oder zumindest einer großen Clique, die Freude an ihrer Sache hat. Hätte sie den Karriereweg einer Bürokauffrau gewählt, würde man sich wohl weniger Gedanken um die Plattenverkäufe machen; die Welt müsste aber auf einige ihrer besseren musikalischen Werke und großartige Konzerte verzichten. Und das wäre traurig.